Prüfung der Sicherheit von SAP Systemen – umfassendes Risikomanagement

SAP Systeme sehen sich wachsenden Cyber-Gefahren [12] gegenüber. Die Notwendigkeit einer Prüfung der Sicherheit von SAP Systemen wird täglich akuter. Aufgrund des vorherrschenden Fachkräftemangels ist jedoch bereits die Auswahl des “richtigen” Audits oder Anbieter eine Herausforderung für sich.
Dabei lassen sich die Anforderungen an einen Audit schnell zusammen fassen:

  • Der Audit muss von höchster Qualität sein. Er muss zuverlässige und reproduzierbare Ergebnisse liefern.
  • Als Ergebnis ist eine Zusammenfassung für die Leitungsebene vorzulegen sowie ein Bericht für die Systemverantwortlichen inklusive Risikobewertung und Lösungswege.
  • Die Ausführung des Audits darf keine Änderungen an dem System erfordern.
  • Der Audit muss alle relevanten Bereiche abdecken und darf keine blinden Flecken besitzen! Es dürfen keine ungeprüften Bereiche zugelassen werden, die einem Angreifer als Hintertür den Einstieg in das System erlauben.

Welche Tests hat ein umfassender SAP Audit konkret zu beinhalten?

  1. Prüfung der Einzelberechtigungen und Berechtigungskombinationen
    Die regelmäßige Prüfung der Berechtigungen ist sicherlich ein wesentlicher Aspekt der SAP Sicherheit. Sie dient der Aufdeckung von kritischen Einzelberechtigungen oder Berechtigungskombinationen. Beispielsweise könnte ein Mitarbeiter der Lieferanten anlegen/pflegen darf und gleichzeitig Rechnungen anlegen/pflegen darf, einen fiktiven Lieferanten anlegen und eine Rechnung erzeugen, die im automatischen Durchlauf beglichen wird. Somit könnten unautorisierte Zahlungen veranlasst werden. Die Kontrolle der Berechtigungen dient somit dem Schutz vor Betrug durch legitime Benutzer, den so genannten Insider-Angriffen. Hier ist eine umfassende Prüfung des Systems erforderlich, die auch den Anforderungen einer Wirtschaftsprüfung gerecht wird.
  2. Prüfung der System-Konfiguration
    Elementare Einstellung der Systemsicherheit erfolgen in der System-Konfiguration. Hierzu gehören die Passwort-Richtlinien, die Einstellungen des Audit-Logs, die Verschlüsselung der Kommunikation oder auch die Absicherung der Gateway-Schnittstelle.
    Sichere Einstellungen in der System-Konfiguration mindern Risiken wie Passwort-Angriffe auf existierende Benutzer. Ebenso erlaubt ein aktives Audit-Log die Erkennung und Verfolgung von Angriffen und “Ungereimtheiten” im System. Generell mindert eine sichere Konfiguration die Risiken von ungewollten System- und Datenzugriffen.
  3. Prüfung der System-Schnittstellen auf technische Schwachstellen
    Über technische Schwachstellen kann ein Angreifer Zugriff auf das System oder seine Daten ganz ohne Zugangsdaten erhalten. Auch kann es möglich sein die Rechte eines vorhandenen Benutzers auszuweiten, um Zugriff auf das System zu erhalten.
    Die Erstellung eines Benutzers mit SAP_ALL Rechten oder die Zuweisung dieser Rechte an einen vorhandenen Benutzer sind typische Auswirkungen eines solchen Angriffs. Ebenso kann auf diesem Weg ein vollständiges Auslesen der Datenbank erfolgen.
    Um diese Risiken zu mindern sollten regelmäßig die Sicherheits-Updates eingespielt und das System auditiert werden . Dabei sind auch die im Netzwerk erreichbaren Schnittstellen (Msg-Server, J2EE, RFC, Gateway, Sap Start, Sap Host Control, Datenbank) unbedingt zu prüfen. Eine reine Prüfung des Systems von Innen ist nicht ausreichend, da wesentliche Angriffspunkte dann nicht geprüft werden können.
  4. Prüfung der Custom ABAP Programme
    Der SAP Standard wird in fast jeder Installation mit eigenen ABAP Programmen ergänzt, um den internen Ablauf im Unternehmen zu optimieren. Diese hinzugewonnene Funktionalität und Prozess-Optimierung kann jedoch auch Auswirkung auf die Sicherheit des Systems und seiner Daten haben. Fehlende Berechtigungsprüfungen können Benutzern unberechtigten Zugriff auf Daten gewähren. Damit kann das Prinzip der Rechtetrennung verletzt werden und die Einhaltung von Compliance-Vorgaben wie SOX ist nicht mehr gewährleistet. Es können sich auch weitere Risiken ergeben wie die Umgehung der Mandatentrennung oder Hintertüren in den Code eingebaut werden.
    Daher gehört zu einem umfassenden Audit auch die Prüfung der ABAP-Eigenentwicklungen auf potentielle Schwachstellen.

 

Für eine vollständige und aussagekräftige Prüfung der Sicherheit von SAP Systemen sind somit alle vier genannten Bereiche zu betrachten. Nur eine Berücksichtigung aller sicherheitsrelevanten Aspekte kann eine umfassende Messung der Sicherheit des System leisten. Andernfalls besteht die Gefahr Sicherheitsrisiken für das System zu übersehen und einen falschen Eindruck der Systemsicherheit zu erhalten.
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SAP-Mobile-Security

SAP ist dem Trend gefolgt Business Daten mobil verfügbar zu machen, allgemein ist dies unter dem Begriff SAP Mobile bekannt. Hier ist offensichtlich ein neuer Trend gestartet.
Doch wie sieht es mit der Sicherheit auf diesem Gebiet aus? Welche Risiken existieren hier und wie behandelt man diese?

Zunächst ist zu klären was genau ist eigentlich SAP Mobile?
Meistens wird in diesem Kontext SAP Fiori (Übersicht) und SAP Mobile Platform (SMP) verwendet.
SAP Fiori sind SAP-Anwendungen auf HTML5 Basis, welche mittels responsive Design „passend“ auf dem mobilen Endgerät dargestellt werden.

SMP erlaubt die Entwicklung mobiler Anwendungen für eine Vielzahl an unterstützten Geräten. Das SDK erlaubt die Kommunikation mit den SAP Mobile Diensten von SAP.

SAP UI5 und SAP Fiori mausern sich zur neuen Oberfläche von SAP und haben das Potential die SAP GUI langfristig abzulösen. So bietet Fiori Apps für die meisten SAP-Funktionen und kann von allen Endgeräten genutzt werden.
Selbst die Kommunikation mit dem NetWeaver Gateway ist problemlos möglich .

Doch auch SMP hat seine Alleinstellungsmerkmale. So erlaubt das SDK die Kommunikation mit dem Mobile Dienst und kann zur Kommunikation mit ERP, CRM, SCM und SRM Systemen verwendet werden. Ebenso kann das NetWeaver Gateway genutzt werden, um Daten zwischen dem System und den mobilen Endgeräten auszutauschen. Zusätzlich wird Afaria angeboten, um die mobilen Geräte sicher zu verwalten.

Wo lauern die Gefahren und wie werden diese minimiert?
Der Schlüssel zum Erfolg lieget in der sicheren Entwicklung der mobilen Anwendungen.
Dies fängt bei der Authentifizierung an.
Einige Apps nutzen anonyme Verbindungen ohne Zugangsdaten, diese werden dann meist einen generischen Benutzer im SAP-System zugeordnet. Damit kann Jeder einen solchen Zugriff verwenden und verfügt über die Rechte des generischen Benutzer.

Häufig wird die Verwendung einer HTTP Basic Authentifizerung bei den Apps gesehen. Doch hier muss man beachten, dass das Password lediglich Base 64 encodiert wird und ohne eine sichere HTTPS-Verbindung problemlos abgefangen und decodiert werden kann.

Sicherer ist da schon die Nutzung eines Token (SAP Single Sign-On) zur Anmeldung. Doch auch hier empfiehlt es sich nicht auf eine HTTPS-Verbindung zu verzichten, da ein findiger Angreifer möglicherweise auch ein im Klartext übermitteltes Token attackieren kann.

Eine Zertifikat basierte Authentifizierung stellt den sichersten Weg dar. Dies wird jedoch nur sehr selten verwendet, da die Umsetzung wesentlich komplexer ist. Man benötigt Client- und Server-Zertifikat. Eine passgenaue Zertifikatsprüfung und die richtige Konfiguration im Server.

Hat man die Hürde der sicheren Anmeldung gemeistert, ist fortan eine sichere Kommunikation zu verwenden.
Der häufigste Weg ist die Nutzung einer HTTPS-Verbindung mit Zertifikatsprüfung. Alternativ kann man auch ein VPN nutzen.
Wichtig ist jede Anfrage und Antwort auf diesem Weg zu senden. Selbst-Signierte Zertifikate zerstören die Sicherheit einer HTTPS-Verbindung, da diese nicht verifiziert werden können (ohne das Stammzertifikat eigenhändig in den Trusted Sec Store einzubinden) und somit bekannte Spoofing-Angriffe ermöglichen.
Die sichere Kommunikation erfordert jedoch nicht nur Augenmerk bei der App-Entwicklung, sondern auch im späteren Betrieb. Insbesondere SSL war zuletzt häufig wegen Sicherheitsproblemen in der Presse (HeartbleedFREAKLOGJam). Hier muss man immer Up2Date bleiben!

Letztlich ist noch die sichere Datenspeicherung zu beachten. Sind die Daten erst einmal sicher auf dem mobilen Endgerät angekommen, müssen diese dort auch sicher verwahrt werden.
Grundlegend sollten die Daten verschlüsselt werden, dabei sollte auf Standards zurückgegriffen werden und keine eigene Verschlüsselung erfunden werden.
So bietet das Kapsel Plugin für Apache Cordova ein EncryptedStorage zur sicheren Speicherung der Daten.
Ebenfalls ist der Schlüssel dafür nicht fest in die App zu codieren. Hier kann beispielsweise SAP ClientHub verwendet werden.

Sind die Richtlinien zur sicheren Entwicklung definiert gilt es zusätzlich noch die genutzten Komponenten (SAP Mobile Platform, SAP Afaria, Apache Cordova, …) aktuell zu halten und regelmäßig die Security Updates einzuspielen.

 

Beachtet man diese Punkte kann man das Risiko mobiler SAP-Zugriffe deutlich mindern.

Die Lehren aus den WannaCry-Reaktionen

Weltweit sorgt die WannaCry Ransomware für Aufsehen.  Zum Stand am 15.05.2017 sind nahezu 200.000 Systeme in mehr als 150 Ländern infiziert:

WannaCry worldwide infections

(WannaCry Infections)

WannaCry besteht aus 2 Komponenten

Im Kern besteht diese Malware aus zwei Komponenten. Der eigentliche Angriff oder Büchsenöffner ist ein EternalBlue genannter Angriff. Dieser bislang unbekannte Angriffsweg stammt aus dem Arsenal der NSA und wurde von der Gruppe Shadow Brokers am 14. April 2017 veröffentlicht. Mit diesem Angriff kann man die Kontrolle über ein Computersystem erlangen.

Hier kommt bei WannaCry dann die zweite Komponente ins Spiel. Dies ist eine typische Ransomware die Daten auf dem PC verschlüsselt. Die zweite Komponente wird ausgeführt nachdem der Angriff über den ersten Teil erfolgreich war und der Angreifer die Kontrolle über das System erreicht hat.

Mit der Geiselnahme der Daten und des Systems wird der Angriff dann für betroffene erst sichtbar.

Killswitch?

Zwischenzeitlich gab es ein kurzes Aufatmen, da ein Sicherheitsforscher einen Killswitch im Code von WannaCry gefunden hatte. Hier handelt es sich um Programmcode der prüft ob eine bestimmte Internetadresse (www[.]iuqerfsodp9ifjaposdfjhgosurijfaewrwergwea[.]com) erreichbar ist und falls dem so ist, sämtliche Programmaktivitäten sofort beendet. Es folgt keine weitere Verbreitung oder Schadcodeausführung. Ein Sicherheitsforscher hat die entsprechende Internetadresse aktiviert und man hoffte die Ausbreitung zu stoppen.

Allerdings gibt es hier wenig Grund zur Entwarnung, denn es wurden weitere Varianten gefunden, die andere Internetadressen abfragen und es wurden Varianten gefunden, die gar keinen Killswitch enthalten.

Zudem zeigt eine Analyse von Didier Stevens, dass der Killswitch nicht hinter Internet-Proxys funktioniert – so wie dies in Unternehmen verwendet wird.

Der weitere Ausblick

Es ist klar mit weiteren Infektionen zu rechnen. Dies hat zwei Gründe:

  1. Der Killswitch funktioniert nicht wie erwartet
  2. Die Infektion ist bisher über das Wochenende gestartet, heute beginnt die Arbeitswoche und zahlreiche IT-Systeme von Unternehmen gehen Online und werden als Ziele verfügbar.
  3. *Update 23.05.2017* Eine neuer Wurm „EternalRocks“ ist inzwischen entdeckt worden. Er nutzt noch weitere Angriffswege aus dem NSA-Archive und versucht möglichst unerkannt auf den infizierten System vorzugehen.

Gegenmaßnahmen

Die Übernahme des Opfersystems erfolgt mit der ersten Komponente der Malware. Gelingt dieser Schritt nicht, kann der Virus das System nicht befallen. Daher ist der wichtigste Schutz, diese Lücke mit dem dazugehörigen Patch MS17-010 zu schließen. Das ganze wirkt wie eine Impfung für den Computer, danach ist er Resistent gegen den Virus und kann nicht mehr befallen werden.

Aufgrund der Kritikalität des Angriffs hat Microsoft auch Notfallpatches für eigentlich nicht mehr versorgte Systeme wie Windows XP, Vista oder 8 veröffentlicht.

Anmerkungen

Sieht man sich die Fakten zu der Epidemie an fallen mir folgende Punkte auf:

  1. Der wichtigste Baustein in der IT-Sicherheit ist das Patchmanagement.
  2. Dies wird jedoch offensichtlich nicht konsequent überall umgesetzt.
  3. Betroffene, Medien und Anwender reagieren nur auf offensichtliche Angriffe wie im Fall WannaCry.
    Die ersten Angriffe mit dem NSA-Exploit EternalBlue erfolgten direkt nach Veröffentlichung und Kriminelle haben so binnen einer Woche bereits ca. 40.000 Systeme unter Ihre Kontrolle gebracht. Dies jedoch im Geheimen und ohne offensichtliche Meldung an die betroffenen.
    Es darf sich jeder die Frage stellen was kritischer ist: Das System als Geisel mit 300$ bis 600$ Lösegeld oder das System unter Kontrolle eines versierten Hackers …
    Erschreckend ist, dass aufgrund der fehlenden Sensibilität für Cyberbedrohungen nahezu keine Reaktion auf die ersten Angriffe erfolgte, sonst wäre der „Erfolg“ von WannaCry gar nicht möglich gewesen.

Auswirkung auf SAP-Systeme

Wer jetzt denkt, SAP-Systeme sind davon nicht betroffen, sollte folgende Fakten prüfen:

  1. Windows Server 2003, 2008, usw. dienen durchaus als Basis für manche SAP-Systeme.
  2. Die Möglichkeit der Übernahme solcher Systeme durch Angreifer hat WannaCry höchst aktuell und eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
  3. Der Zugriff aus der Windows-Ebene auf die SAP- und Datenbankebene ist mit wenig Aufwand möglich.
  4. Die Geiselnahme des Systems mitsamt SAP und Datenbank ist ebenfalls möglich. Vielleicht sind unter den befallenen WannaCry-Systemen bereits SAP-Systeme.
  5. Ein fehlender Patch auf vielen Systemen war die Ursache für diese Virus-Epidemie. Für SAP-Systeme gibt es ebenfalls zahlreiche Patches. Auch solche, die wie bei EternalBlue, Angriffe aus der Entfernung zulassen.

Die Frage ist: Werden bei SAP-Systemen die Patches schneller eingespielt als bei Windows?

Ein funktionierendes Patchmanagement ist eine elementare Säule der IT-Sicherheit. Die Kontrolle und Wirksamkeitsprüfung von IT-Sicherheitsmaßnahmen gehört zu dem gesetzlichen Risikomanagement. Bei der Überwachung von Systemen und Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen aus dem Risikomanagement unterstützt unsere Lösung WerthAUDITOR mit seinem vollautomatischen Security Monitoring.

Der WerthAUDITOR schützt bereits lange vor der Veröffentlichung von EternalBlue am 14. April 2017 unsere Kunden auch vor dieser Schwachstelle.

Backdoors im Programmcode von IT-Sicherheitslösungen und wie wichtig ist der Herstellerstandort?

Backdoors im Programmcode von IT-Sicherheitslösungen

Im Dezember 2015 wurden schwerwiegende Backdoors in den Netscreen Firewall-Systemen von Juniper entdeckt. Bei einer internen Code-Prüfung wurde unautorisierter Code in dem ScreenOS Betriebssystem der Juniper Systeme entdeckt.

Ein seit 2012 eingeschleustes Code-Segment erlaubt die Entschlüsselung jeder VPN-Datenkommunikation der Firewall. Damit ist eine geheime Kommunikation über diese Geräten nicht möglich. Jede als sicher betrachtete Kommunikation konnte seit 2012 belauscht werden. Entsprechend konnten geheime Informationen und Zugangsdaten abgefangen werden. Diese Lücke beruht auf eine von der NSA forcierte Backdoor.

Folgen einer solch gezielt platzierte Schwachstelle werden an dem Beispiel des Falls Belgacom sehr deutlich. Entsprechend feuern diese neuen Backdoors in den Juniper-Geräten auch Spekulationen über den Einfallsvektor bei Belgacom neu an.

Ein weiteres Backdoor Code-Segment kann bis ins Jahr 2013 zurückdatiert werden. Dieses gewährt unautorisierten Root-Zugriff auf die Firewall System aus dem Internet. Dies bedeutet, dass JEDER mit Wissen über diese Backdoor über das Internet Vollzugriff auf die Systeme erhalten kann. Damit kann er Einstellungen verändern (Zugänge öffnen), Protokolle ansehen und Datenverkehr mitlesen.

Kurz nach bekannt werden der Schwachstelle waren ca. 26.000 verwundbare Systeme im Internet mit einer einfachen Shodan Sucheauffindbar.

 

Woher stammen die Backdoors?

Bisher kann der Firewall-Hersteller nicht erklären woher der Code stammt und wie die Backdoors ihren Weg durch die Qualitätskontrollen in die Release-Versionen finden konnten.

Unbestrittener Fakt ist jedenfalls, dass hier eine Backdoor in Kern-Systeme der IT-Sicherheit eingeschleust wurden und Endkunden statt der erwarteten höheren Sicherheit defacto angreifbarer wurden.

Mit dem Wissen um den NSA-Skandal sowie der Spionageaktivitäten von Russland und Chinasind diese beiden Backdoors in den Firewall-Systemen sicher nicht als Zufall zu betrachten.

Sind doch die Hürden für einen Geheimdienst in einem Land mit starken Befugnissen für Geheimdienste (wie USA, Russland, China, Iran,…) sehr Gering. Entweder kann das Unternehmen direkt gesteuert werden oder es reicht aus die richtigen Mitarbeiter zu „akquirieren“. Diese dürfen natürlich nicht über Ihre Aktivitäten sprechen. Wie schwer es ist gegen einen solchen Maulkorb vorzugehen zeigt dieses Beispiel.

 

Was kann man nun zum Schutz seiner Daten beachten?

Wenn man eine Schlussfolgerung aus den neuen Veröffentlichungen ziehen kann, dann die Standortbedeutung Herstellers. Dies verdeutlicht wie wichtig Gütesiegel wie „Made in Germany“ sind.

Der aktuelle Fall zeigt deutlich, dass blindes Vertrauen in Security-Produkte schwere Schäden nach sich ziehen kann. Nicht nur durch gezielte Spionage-Aktivitäten, sondern auch nach einem öffentlichen Bekanntwerden durch frei zugängliche Exploits.

 

Entsprechend lassen sich hieraus auch Handlungsempfehlungen für den Schutz von SAP-Systemen ableiten.

Gerade beim Schutz des digitalen Herzstücks eines Unternehmens darf der Herstellerstandort nun nicht mehr außer acht gelassen werden. Wie der Fall Juniper gezeigt hat ist dies nicht als Paranoia abzutun sondern eine inzwischen erforderliche Maßnahme.
Das Herkunftsland ist somit ein wichtiger Bewertungsfaktor bei der Auswahl von Sicherheitslösungen.

 

 

Quellen:

http://www.theregister.co.uk/2015/12/21/security_code_to_backdoor_juniper_firewalls_revealed_in_firmware/

http://thehackernews.com/2015/12/hacking-juniper-firewall-security.html

http://m.heise.de/security/meldung/Schnueffelcode-in-Juniper-Netzgeraeten-Weitere-Erkenntnisse-und-Spekulationen-3051260.html

http://m.heise.de/newsticker/meldung/Exploits-fuer-SSH-Backdoor-in-Junipers-Netzgeraeten-3054308.html

http://m.heise.de/newsticker/meldung/NSA-GCHQ-Skandal-Massiver-Cyberangriff-auf-Belgacom-mit-hochentwickelter-Malware-1972194.html

https://community.rapid7.com/community/infosec/blog/2015/12/20/cve-2015-7755-juniper-screenos-authentication-backdoor

http://www.theregister.co.uk/2015/12/23/juniper_analysis/

Ponemon Institute – SAP Cybersecurity Studie

Das Ponemon Institut hat mehr als 600 IT- und Sicherheitsspezialisten zum Stand der SAP Sicherheit befragt. Die wesentlichen Erkenntnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammen fassen:

Statistiken zu Angriffen auf SAP-System:

  • 65% der SAP-Systeme wurde in den letzten 24 Monaten erfolgreich angegriffen.
  • 75% der Befragten glauben Ihr SAP-System hat wahrscheinlich eine oder mehrere Malware Infektionen.
  • Im Schnitt kostet einem Unternehmen die Abschaltung eines SAP-System 4,5 Millionen Dollar.
  • 60% sehen die Folgen eines Angriffs (Datendiebstahl, Manipulation oder Ausfall) als ernst bis katastrophal an.
  • 56% halten einen Sicherheitsvorfall aufgrund unsicherer SAP-Systeme für wahrscheinlich.

Statistiken zur Abwehr von Angriffen auf SAP-Systeme

  • 75% sehen Ihr Unternehmen nicht in der Lage einen Angriff auf ein SAP-System sofort zu erkennen.
  • 59% können Angriffe auf Ihr SAP-System auch nach einem Monat nicht erkennen.
  • 81% halten eine kontinuierliche Überwachung der SAP-Systeme für wichtig
  • 78% halten die Messung der Sicherheit des SAP-Systems durch Audits für wichtig.

Statistiken zur Awareness von SAP-Cybersecurity

  • 47% erwarten einen Anstieg von Angriffen auf SAP-Systeme in den nächsten 24 Monaten.
  • 59% glauben die Angriffsfläche von SAP-Systemen steigt durch Trends wie Cloud, Mobile, Big Data und IoT.
  • 76% geben an Ihr Management versteht die geschäftskritische Bedeutung der SAP-Systeme
  • 63% jedoch sehen beim Management eine Unterschätzung der mit unsicheren SAP-Anwendungen einhergehenden Risiken.

Zusammenfassend kann man folgendes aus der Studie ableiten:

  • Die Risiken unsicherer SAP-Systeme werden noch nicht vollständig von der Führungsebene wahrgenommen, obwohl diese für Folgeschäden haften.
  • SAP-Systeme sind im Fokus von Cyberkriminellen und werden erfolgreich angegriffen.
  • Ein solcher Angriff ist ernst bis katastrophal und kann sehr hohe Kosten verursachen.
  • Mehr als die Hälfte der Unternehmen sind nicht auf solche Angriffe vorbereit oder können diese erkennen.
  • Es wird eine Steigerung der Angriffsfläche und -rate erwartet.
  • Zur Abwehr wünschen sich die Verantwortlichen die Möglichkeit der kontinuierlichen Messung und Härtung der Sicherheit Ihrer SAP-Systeme.

Der Werth Auditor ermöglicht die Prüfung und kontinuierliche Überwachung von SAP-Systemen. Eine kostenlose Prüfung der Systemsicherheit ist mit dem Quick-Check jederzeit möglich.

US-Cert warnt vor Cyberangriff auf SAP-Systeme

Kürzlich hat die US Homeland-Behörde die erste US-Warnmeldung für SAP-Systeme herausgegeben.

Gewarnt wird vor einer Schwachstelle in SAP Java Systemen, für die seit 2010 mit den SAP-Notes 1445998 und 1467771 Patches  verfügbar sind.

Laut der Meldung vom US-Cert haben Sicherheitsforscher Hinweise auf aktive Angriffe gegen 36 Unternehmen ermittelt.

Laut einem Artikel  von Reuters stützen die Sicherheitsforscher Ihre Erkenntnisse auf Einträge mit detaillierten Beschreibungen der Angriffswege in einen chinesischen Forum.

Eine kurze Suche bei Google führt zu diesem Forum. Dort lassen sich 41 Einträge finden, was zu der gemeldeten Anzahl von 36 Unternehmen passen kann, da ein Unternehmen oftmals mehr als ein SAP-System besitzt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier, um das von den Sicherheitsforschern genannte Forum.

Schaut man sich die Einträge im Detail an, stellt man jedoch schnell fest, dass es sich hier um verantwortliche Schwachstellenmeldungen handelt, die allesamt vor der Veröffentlichung behoben wurden.

Ein Beweis für tatsächliche Cyberangriffe sollte belastbarer sein, als in die der Branche üblichen Vuln-Advisories und damit die hier existierenden Forumbeiträge.

Dennoch zeigt dieses Beispiel wie real die Gefahr von Angriffen auf SAP-Systemen ist. Immerhin haben chinesische Sicherheitsforscher angreifbare SAP-Systeme identifiziert und nachweisbar ausnutzen können. Dies zeigt auch, dass die Bedrohung durch bekannte Schwachstellen (diese hier ist 6 Jahre alt) signifikat größer ist als durch die viel zitierten 0-Day Angriffe.

Schützen Sie Ihre SAP-Systeme, um gegen Cyberangriffe gewappnet zu sein.

Unsere Lösung Werth Auditor erkennt zuverlässig Sicherheitslücken in SAP-Systemen und bietet Lösungen zur Eliminierung der ermittelten Schwachstellen.

SAP-ERP-System als Einfallstor für Cyberangriff auf US-Regierung – ca. 25.000 Datensätze von Regierungsangestellten gestohlen

Hacker sind Ende 2013 in die Netzwerke der U.S. Investigations Services, welche für die Überprüfung von Regierungsangestellten verantwortlich ist, eingedrungen und bis Ende Juni 2014 unentdeckt geblieben.
Die Untersuchungen des Vorfalls haben ergeben, dass das SAP-ERP-System von den Hackern als Einfallstor genutzt wurde.
Welche Schwachstelle genau ausgenutzt wurde, wird in dem Bericht nicht offen gelegt.

Es wird aber vermutet, dass die Angreifer mit staatlicher Unterstützung agiert haben.

 

Weitere Details zu dem Vorfall ist in folgenden Quellen zu finden:
http://www.nextgov.com/cybersecurity/2015/05/third-party-software-was-entry-point-background-check-system-hack/112354/
http://securityaffairs.co/wordpress/27499/cyber-crime/network-usis-compromised-cyber-attack.html
http://thehill.com/policy/cybersecurity/241588-report-hackers-infiltrated-security-contractor-using-third-party#.VVDynaRdLTc.twitter

SAP ERP System der Airports Authority of India (AAI) von Unbekannten lahmgelegt

Die Airports Authority of India (AAI) ist eine indische Regierungseinrichtung und verantwortlich für die Verwaltung der zivilen Luftfahrt in Indien. Einem Bericht auf Techworm ist nun zu entnehmen, dass Hacker am 19ten Juli 2014 einen schweren Cyberangriff auf die Behörde geführt haben.

Dies ist besonders kritisch, da die AAI 125 Flughäfen – darunter 11 internationale- sowie 25 Militärische Flughäfen mit zivilen Zugang betreut und die Angreifer Zugang zu kritischen Daten wie Flugrouten und Zugangsdaten zu dem Air Traffic Management System erhalten haben können.

Doch damit nicht genug. Fest steht, dass zunächst die Webseite der AAI gehackt wurde. Anschließend konnten die Hacker sogar bis zu dem ERP System vordringen. Erst im Juni 2013 verkündete die AAI die erfolgreiche Einführung Ihres neuen SAP ERP Systems. Knapp ein Jahr nach dem Go-Live haben Hacker nun dieses System sabotiert und erfolgreich Außer Betrieb gesetzt.

Dieser Vorfall zeigt sehr deutlich, dass SAP Systeme zwingend in dem Unternehmesweiten Sicherheitskonzept zu berücksichtigen sind. Aufgrund der zunehmenden Vernetzung gibt es keine isolierten und somit vermeintlich sicheren Bereiche mehr. Daher sind die hochkritischen ERP Systeme regelmäßig auf Schwachstellen zu testen. Nur so können Angriffen erfolgreich abgewehrt werden.

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Lager-Scanner spähen Finanz- und ERP-Daten aus

Sicherheitsforscher der Firma TrapX haben kürzlich einen hoch präzisen Angriff auf ERP Systeme aufdecken können.

Die Angriffe konnten zur Lanxiang school (China) zurück verfolgt werden. Diese Universität hat bereits durch frühere Angriffe auf Google und Co. eine zweifelhafte Bekanntheit erreicht. Im Rahmen des Angriffs konnten die ERP Systeme zu 100% unter Kontrolle gebracht werden. Somit war ein Zugriff auf Finanzdaten und weitere kritische Unternehmensdaten ohne Einschränkung möglich.

 

Der Angriff selbst liest sich wie aus einem Hollywood-Film. Alle betroffenen Firmen haben Scanner derselben Chinesischen Firma für den Einsatz im Lager/Versand/Wareneingang angeschafft. Später stellte sich heraus, dass auf dem Embedded Windows Betriebssystem der Scanner ein Schadproramm ( Zombie Zero ) vorinstalliert war. Dieses hat nach Aktivierung der Scanner von Innen heraus das Netzwerk des Unternehmens anhand spezifischer Merkmale nach ERP-Finanz-Systemen durchsucht und diese kompromittiert.

 

Im zweiten Schritt wurde dann ein erweitertes Schadprogramm zur Kontrolle und Kommunikation mit dem ERP-System auf diesem nachgeladen. Diese Verbindungen konnten zur Lanxiang school verfolgt werden.
Letztlich konnte diese Verbindung genutzt werden um alle Finanz- und ERP-Daten abfließen zu lassen.

 

Abschließend lässt sich sagen, dass durch die Integration der Schadsoftware in ein “vertrauenswürdiges” Produkt ein Angriff von Innen möglich wurde. Moderne Angreifer müssen somit nicht länger die Unternehmensfirewall überwinden oder auf erfolgreiche Phishing-Emails hoffen. Schadprogramme werden einfach in Hardware eingepflanzt. Laut TrapX haben selbst die bei den betroffenen Firmen eingesetzten traditionellen Sicherheitsvorkehrungen wie ein IDS den Angriff nicht stoppen oder erkennen können.

 

Man benötigt hier einen alternativen Ansatz um potentiellen Schaden abzuwenden. Dieser besteht in der kontinuierlichen Sicherheitsüberprüfung der ERP Systeme. So lassen sich Risiken und Schwachstellen frühzeitig erkennen, priorisieren und beheben bevor Angreifer diese Ausnutzen können.

 

Wir bieten Ihnen mit unserem Werth Auditor die Möglichkeit Ihr ERP-System auf Herz und Nieren zu prüfen. Jedes potentielles Risiko wird erfasst und bewertet. Eine Prüfung auf Gefahren für Ihr ERP-System durch Gastzugänge, seitens der SAP-Anwender oder über VPN-Kanäle ist mit unserer Lösung aus jedem Winkel Ihres Netzwerks möglich.  Kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Testversion.

 

Weitere Referenzen:

http://www.theepochtimes.com/n3/797218-china-spies-on-global-shipping-using-pre-infected-hardware/

http://www.infosecurity-magazine.com/view/39257/malware-siphons-the-brains-of-shipping-companies-in-sophisticated-supply-chain-attack/

http://www.forbes.com/sites/kurtmarko/2014/07/10/trojan-hardware-spreads-apts/

http://www.pcworld.com/article/2453100/malware-hidden-in-chinese-inventory-scanners-targeted-logistics-shipping-firms.html

http://www.csoonline.com/article/2452986/data-protection/shipping-companies-computers-compromised-by-malware-infected-chinese-scanners.html

SAP Trojaner entdeckt

Eine neu entdeckte Schadsoftware auf Basis eines bekannten Banking Trojaners ist um eine bemerkenswerte Funktion erweitert worden. Der Trojaner sucht aktiv auf befallenen Systemen nach installierter SAP Software.

Was bedeutet dies für SAP Anwender?

Das Verhalten der Schadsoftware deutet darauf hin, dass Cyberkriminelle SAP Systeme in das Visier nehmen. Mittels der befallenen Client-Rechner kategorisieren sie SAP Systeme in der IT-Infrastruktur. Entweder planen Sie den Verkauf von Zugängen zu den befallenen Systemen, um Dritten indirekt Zugriff auf die SAP Systeme zu verschaffen. Es kann jedoch auch sein, dass die Kriminellen selbst zu einem späteren Zeitpunkt den Zugang zu den SAP Systemen ausnutzen wollen.

Wie kann man sich schützen?

Ein Grundschutz besteht in der regelmäßigen Aktualisierung der Antiviren-Software sowie dem Einspielen der SAP Security Notes.
Da man jedoch Antiviren-Software austricksen kann und SAP Security Notes keinen Schutz gegen Angriffe mit legitimen Zugangsdaten bieten, muss die Angriffsfläche der SAP Systeme selbst reduziert werden. Dies kann man durch regelmäßige Prüfungen der SAP Systeme mit einem SAP Security Scanner erreichen. Damit nimmt man Angreifen die Möglichkeit über Exploits Zugriff auf das System zu erhalten und reduziert durch Kontrolle von kritischen Berechtigungen das Risiko im Falle des Verlustes von Zugangsdaten zum System.